Informatives

In mei­nen Bei­trä­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gen gei­fe ich The­men auf, die sich mit der Erhal­tung Ihres Wohl­stan­des und die Gesund­erhal­tung Ihrer Finan­zen beschäf­ti­gen. Auf dem Wis­sen­spor­tal Finanzkunde.de fin­den Sie wei­te­re Arti­kel von mir und ande­ren unab­hän­gi­gen Finanz­be­ra­tern. Über Ihr Lob und Ihre Kri­tik zu mei­nen Bei­trä­gen freue ich mich.

Veröffentlichungen

Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge auf alte betrieb­li­che Direkt­ver­si­che­rung

Viel Ärger hat es gege­ben um die betrieb­li­che Direkt­ver­si­che­rung. Gemeint sind sol­che Ver­trä­ge die vor dem 31.12.2004 bis zu einem jähr­li­chen Höchst­be­trag von meist 1754,- € abge­schlos­sen wer­den konn­ten.

Beson­ders für Bes­ser­ver­die­ner erschien damals die­se Form der Alters­vor­sor­ge attrak­tiv, denn die Bei­trä­ge müs­sen bis heu­te ledig­lich mit 20% plus Soli­da­ri­täts­zu­schlag vom Arbeit­ge­ber pau­schal ver­steu­ert wer­den. Im Gegen­zug sind die Kapi­tal­aus­zah­lun­gen bei Fäl­lig­keit der Ver­si­che­rung steu­er­frei.

Wor­an bei Abschluss nicht gedacht wur­de, ist der Umstand, dass auf die Kapi­tal­aus­zah­lung Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge fäl­lig wer­den! Es greift die soge­nann­te Ein­hun­d­er­zwan­zigs­tel-Rege­lung. Das bedeu­tet kon­kret: Die Aus­zah­lung aus der Direkt­ver­si­che­rung wird fik­tiv auf 120 Mona­te umge­legt. Der so ermit­tel­te Monats­bei­trag wird dann für maxi­mal 10 Jah­re ab Aus­zah­lung mit dem all­ge­mei­nen Bei­trags­satz der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se belegt. Dabei kön­nen statt­li­che Beträ­ge zusam­men­kom­men, die bei der Alters­vor­sor­ge feh­len.

Der Ver­si­cher­te hat Glück, wenn sei­ne Ein­künf­te über der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung lie­gen (2015: 49.500,- € / 2016: 50.850,- €, jähr­lich). Die 1/120-tel Rege­lung läuft näm­lich so lan­ge ins Lee­re, wie die Ein­künf­te über der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze lie­gen. Für die meis­ten Ver­si­cher­ten ist das der Fall, wenn die Direkt­ver­si­che­rung noch wäh­rend der Erwerbs­pha­se aus­ge­zahlt wird. Pri­vat Ver­si­cher­te sind übri­gens von die­sen Rege­lun­gen nicht betrof­fen, weil ihr Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag unab­hän­gig von den per­sön­li­chen Ein­künf­ten erho­ben wird.

Was Grie­chen­land von der Volks­hoch­schu­le ler­nen könn­te und Sie über grie­chi­sche Anlei­hen wis­sen soll­ten!

Nie­mand zahlt ger­ne Steu­ern. Den­noch muss ein Staat Steu­ern erhe­ben, damit er sei­nen Auf­ga­ben wie inne­re Sicher­heit, Stra­ßen­bau, Sozia­les usw. nach­kom­men kann. Davon pro­fi­tie­ren in einem Wohl­fahrts­staat unter dem Strich alle Bür­ger.

Als ich neu­lich Post von der VHS Erlan­gen bekam, wur­de mir klar war­um Deutsch­land als Staat funk­tio­niert und Län­der wie Grie­chen­land nicht.

Für mei­ne Tätig­keit als Kurs­lei­ter schickt mir die Volks­hoch­schu­le jähr­lich eine Hono­rar­be­schei­ni­gung mit dem Hin­weis, dass das zustän­di­ge Finanz­amt eine Kopie die­ser Beschei­ni­gung erhält!

Was hat das nun mit Grie­chen­land zu tun? Ganz ein­fach: Deutsch­land zahlt im inter­na­tio­na­len Ver­gleich wenig Zin­sen für sei­ne Schul­den. Das hängt unter ande­rem auch damit zusam­men, dass unser Staat durch die Erhö­hung von Steu­ern sei­ne Schul­den zurück­zah­len könn­te. Im Gegen­satz zu Staa­ten wie Grie­chen­land wäre Deutsch­land wohl auch in der Lage, Steu­er­for­de­run­gen gegen­über sei­nen Bür­gern durch­zu­set­zen. Das Schrei­ben der VHS ist ein Beleg für das Funk­tio­nie­ren deut­scher Insti­tu­tio­nen. Nun bin ich kein Grie­chen­land­ex­per­te – nach allem was man so liest und hört habe ich nicht den Ein­druck, dass grie­chi­sche Steu­er­be­hör­den die Ein­kom­mens­quel­len ihrer Bür­ger über­haupt ken­nen. Dem­nach ist es auch schwer Steu­er­for­de­run­gen durch­zu­set­zen geschwei­ge  denn zu erhö­hen, wie allent­hal­ben von den Gläu­bi­ger­staa­ten gefor­dert wird.

Grund­vor­aus­set­zung zur Lösung der grie­chi­schen Pro­ble­me sind funk­tio­nie­ren­de staat­li­che Insti­tu­tio­nen. Solan­ge dies nicht der Fall ist, wird Grie­chen­land als Risi­ko­prä­mie hohe Zin­sen an sei­ne Gläu­bi­ger bezah­len müs­sen. Dar­an wür­de auch ein Schul­den­schnitt nichts ändern.

Für Pri­vat­an­le­ger ist es aus den dar­ge­leg­ten Grün­den über­aus ris­kant Staats­an­lei­hen von Staa­ten wie Grie­chen­land als Anla­ge in Betracht zu zie­hen. Es ist schon bemer­kens­wert, dem EU-Mit­glied Grie­chen­land hat die Finanz­welt den Sta­tus eines ent­wi­ckel­ten Lan­des aberkannt. Statt­des­sen wird das Land nun den Emer­ging Mar­kets zuge­ord­net, der Schritt zu einem Ent­wick­lungs­land ist nicht mehr weit.

Anle­gern wer­den Anlei­hen von Schuld­nern mit zwei­fel­haf­ter Boni­tät wie Grie­chen­land oft­mals als High Yield Anlei­hen ange­prie­sen. Ein ande­rer Begriff hier­für ist Junk Bond, zu Deutsch: Schrott­an­lei­hen. Anlei­hen die­ser Kate­go­rie wer­den häu­fig als High-Yield-Fonds ver­mark­tet. Als Pri­vat­an­le­ger soll­ten Sie bes­ser die Fin­ger davon las­sen, denn sie gehen unüber­schau­ba­re Risi­ken ein.

Ger­ne hel­fe ich Ihnen dabei eine Finanz- und Ver­mö­gens­stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, die zu Ihren Zie­len passt.

Frist­ab­lauf für Depot­kun­den der Spar­kas­se

Bereits vor eini­ger Zeit flat­ter­ten Spar­kas­sen­kun­den neue All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) ins Haus, die still­schwei­gend ab dem 15. April 2015 für alle Kun­den gel­ten sol­len. Ver­brau­cher­schüt­zer und die Stif­tung Waren­test raten zum Wider­spruch.

Hin­ter­grund
Ban­ken und Spar­kas­sen erhal­ten für Finanz­pro­duk­te neben ein­ma­li­gen Ver­mitt­lungs­pro­vi­sio­nen (z.B. Aus­ga­be­auf­schlä­ge) auch hohe lau­fen­de Pro­vi­sio­nen von den meis­ten Fonds­ge­sell­schaf­ten. Aus den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen zum Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag geht her­vor, dass ein Ver­mitt­ler Zah­lun­gen Drit­ter an den Auf­trag­ge­ber her­aus­ge­ben muss. Der­zeit ist zwar noch strit­tig, ob und unter wel­chen Umstän­den dies auf die Geschäfts­be­zie­hung zwi­schen Bank oder Spar­kas­se und Ver­brau­chern anwend­bar ist. Aller­dings beja­hen gericht­li­che Ent­schei­dun­gen die­sen Anspruch. Eine höchst­rich­ter­li­che Ent­schei­dung ist noch nicht gefällt.

Als Kun­de kön­nen Sie sich mit einem Wider­spruch gegen die neu­en AGBs weh­ren. Im Fal­le eines Wider­spru­ches wird die Spar­kas­se das Depot kün­di­gen oder zumin­dest damit dro­hen. Vor einer Kün­di­gung müs­sen Sie sich aller­dings nicht fürch­ten. Der Über­trag von Fonds und Wert­pa­pie­ren zu einer ande­ren Bank kos­tet Sie nichts, um einen gere­gel­ten Ablauf küm­mert sich weit­ge­hend die neue Bank. Auch ich hel­fe Ihnen im Rah­men mei­nes kos­ten­frei­en Zwei­te-Mei­nung-Ser­vice bei der Aus­wahl einer geeig­ne­ten Depot­bank.

Bera­tung auf Hono­rar­ba­sis
Mei­ne täg­li­che Bera­tungs­pra­xis zeigt, dass sich für die meis­ten Kun­den eine Fonds- und Wert­pa­pier­be­ra­tung auf Hono­rar­ba­sis lohnt. Dabei wer­den sämt­li­che Pro­vi­sio­nen von Fonds­ge­sell­schaf­ten dem Kun­den erstat­tet. Inter­es­sen­kon­flik­te sind also von vorn­her­ein unter­bun­den. Die­se Vor­ge­hens­wei­se hat den Vor­teil, dass auch sehr kos­ten­güns­ti­ge Anla­ge­lö­sun­gen, wie z.B. ETF’s für die per­sön­li­che Anla­ge­stra­te­gie berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Ein­zel­hei­ten erläu­te­re ich Ihnen ger­ne im Rah­men eines kos­ten­frei­en Ken­nen­lern­ge­sprä­ches.

Ren­ten­ver­si­che­rung schlägt Tages­geld

Unter der Über­schrift Ren­ten­ver­si­che­rung schlägt Tages­geld, ver­su­chen Ver­si­che­run­gen, Finanz­ver­trie­be wie MLP, aber auch ein­zel­ne Finanz­be­ra­ter Anla­ge­gel­der bei Pri­vat­kun­den ein­zu­sam­meln. Auf der ver­zwei­fel­ten Suche nach einer höhe­ren Ren­di­te las­sen sich zahl­rei­che Pri­vat­an­le­ger von den vor­ge­brach­ten Argu­men­ten ver­füh­ren.

Ganz klar und deut­lich muss vor einem Abschluss her­vor­ge­ho­ben wer­den: Eine Ren­ten­ver­si­che­rung ist kein Tages­geld und wird nie­mals ein Tages­geld erset­zen kön­nen! Im Grun­de genom­men han­delt es sich bei Ange­bo­ten wie bei­spiels­wei­se dem Alli­anz Park­de­pot oder Gene­ra­li RE um klas­si­sche Vor­sor­ge­ver­trä­ge mit sehr begrenz­ten Ren­di­te­chan­cen, hohen ein­ma­li­gen und lau­fen­den Kos­ten sowie rela­tiv gerin­ger Fle­xi­bi­li­tät.

Die­sen Umtand hat auch die Finanz­bran­che erkannt und bie­tet Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge, wie bei­spiels­wei­se das Pro­dukt Gene­ra­li Chan­ce Plus an. Dabei wer­den Garan­ti­en aus­ge­spro­chen und gleich­zei­tig gute Ren­di­te­chan­cen vor­ge­gau­kelt. Ein Blick auf die Details for­dert selbst erfah­re­ne Anla­ge­be­ra­ter her­aus, wie der bei­gefü­ge Aus­zug aus den Kun­den­in­for­ma­ti­nen für die Gene­ra­li Chan­ce Plus Ren­te zeigt:

Kun­den­in­for­ma­ti­on für die Gene­ra­li Chan­ce Plus Ren­te nach §7 Abs. 2 VAG (Aus­zug):

Wäh­rend der Auf­schub­zeit ist Ihre Ver­si­che­rung mit der lau­fen­den Über­schuss­be­tei­li­gung an der Ent­wick­lung des EURO STOXX 50 — Akti­en­in­dex betei­ligt (Index­be­tei­li­gung). Dabei finan­zie­ren wir die Index­be­tei­li­gung am Ende des Ver­si­che­rungs­jah­res mit den lau­fen­den Über­schuss­an­tei­len für das abge­lau­fe­ne Ver­si­che­rungs­jahr. Gewin­ne aus der Index­be­tei­lung sam­meln wir vom Zeit­punkt der Gut­schrift bis zum Beginn der Ren­ten­zah­lung an (Über­schuss­gut­ha­ben). Ab dem Zeit­punkt der Gut­schrift ver­zin­sen wir sie jeweils für vol­le Ver­si­che­rungs­jah­re mit dem jeweils gel­ten­den Zins­über­schuss­an­teil­satz und ver­wen­den die­se Zin­sen im glei­chen Überschss-Sys­tem wie die lau­fen­den Zins­über­schuss­an­tei­le aus dem Deckungs­ka­pi­tal.

Alles klar? Mit ande­ren Wor­ten: Es wer­den ledig­lich die nicht garan­tier­ten Über­schüs­se im EURO STOXX 50 ange­legt. Soll­te der EURO STOXX 50 kei­nen Ertrag erwirt­schaf­ten erhält der Anle­ger auch kei­ne Über­schüs­se. Wür­de der Anle­ger 97% des Anla­ge­be­tra­ges auf einem Tages­geld par­ken und 3% direkt in den EURO STOXX 50 inves­tie­ren, wäre er min­des­tens genau so sicher inves­tiert, gleich­zei­tig fle­xi­bler und hät­te bes­se­re Ren­di­te­chan­cen.

Doch damit nicht genug. Ein Blick in die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen las­sen einem die Haa­re zu Ber­ge ste­hen. Dort steht unter ande­rem, dass die Höhe der Index­be­tei­li­gung von “wei­te­ren Fak­to­ren” abhän­gig ist. So wird z.B. “die Par­ti­zi­pa­ti­ons­ra­te jähr­lich in Abhän­gig­keit von Fak­to­ren des Kapi­tal­mark­tes neu fest­ge­legt”. Spä­tes­tens jetzt wird klar, dass es sich bei Ange­bo­ten wie der Gene­ra­li Chan­ce Plus Ren­te um “Non-Sen­se” Pro­duk­te für den Pri­vat­an­le­ger hand­let. Der Nut­zen liegt ganz klar auf Sei­ten der Ver­si­che­rung und des Ver­mitt­lers, der dafür markt­üb­li­che Pro­vi­sio­nen erhält.

Pri­vat­an­le­ger soll­ten im Rah­men einer indi­vi­du­el­len Finanz- und Ver­mö­gens­pla­nung ermit­teln, wie hoch ihr tat­säch­li­cher Liqui­di­täts­be­darf ist. Alle dar­über hin­aus­ge­hen­den Gel­der kön­nen län­ger­fris­tig in ertrag­rei­che­re Anla­ge­for­men inves­tiert wer­den. Hier­bei hel­fe ich ger­ne mit unab­hän­gi­ger Bera­tung und Infor­ma­tio­nen wei­ter.

Neu­lich bei der Post­bank…

Als ich neu­lich bei der Post­bank gedul­dig in der Schlan­ge für Brief­mar­ken ange­stan­den bin, hat­te ich gezwun­ge­ner­ma­ßen ein wenig Zeit mich umzu­se­hen. Ein kaum zu über­se­hen­des Pla­kat warb in gro­ßen Let­tern: “Mit 5% in die Fonds­an­la­ge der Post­bank Top Invest”. Ein klei­nes “Stern­chen” kenn­zeich­ne­te den Text, dass nähe­res am Schal­ter zu erfah­ren sei. Die Erfah­rung mit den Stern­chen lehrt einen ja, dass die werb­li­che Aus­sa­ge einer Bank oder Ver­si­che­rung gar nicht so ernst gemeint ist, auch wenn es zunächst den Anschein erwe­cken soll. Vom Ser­vice­mit­ar­bei­ter wur­de mir zu den Brief­mar­ken auch bereit­wil­lig ein Fly­er aus­ge­hän­digt, in dem auch das Stern­chen näher beschrie­ben war.

Dar­in steht: “* 5% p.a. für fünf Mona­te auf Ihren jewei­li­gen Fest­geld­an­teil bei Abschluss von Post­bank Top Invest in der Zeit vom 02.01. bis 29.02.2012; Min­dest­an­la­ge 2500 EUR; schritt­wei­se Umschich­tung des Fest­geld­an­teils in Fonds, Details sie­he Innen­sei­te.”

Neh­men wir also das nicht ganz so ernst gemein­te Ange­bot der Post­bank ein­mal näher unter die Lupe. Die Anga­be p.a. steht für pro anno (umgangs­sprach­lich auch per annum). Dem­nach bezie­hen sich die genann­ten 5% auf ein Jahr und sind durch zwölf zu tei­len, was einer monat­li­chen Ver­zin­sung von 0,416% ent­spricht. Gehen wir nun davon aus, dass ein Kun­de 12000,- € in die bewor­be­ne Geld­an­la­ge inves­tiert.

Mei­ne­Ta­bel­le zeigt, dass wäh­rend der fünf­mo­na­ti­gen Umschich­tungs­pha­se 125,- € Zin­sen aus der Fest­geld­an­la­ge erwirt­schaf­tet wer­den.

Doch womit ver­dient nun die Post­bank, ange­sichts des ver­hält­nis­mä­ßig hohen Zins­sat­zes, mit dem Kun­den ange­lockt wer­den ihr Geld? Für die Ant­wort genügt ein Blick auf die Aus­ga­be­auf­schlä­ge der Invest­ment­fonds, in die das Fest­geld­gut­ha­ben schritt­wei­se umge­schich­tet wird.

Aus den Unter­la­gen, die mir vom Post­bank Mit­ar­bei­ter aus­ge­hän­digt wur­den, gehen Aus­ga­be­auf­schlä­ge zwi­schen 2,5% und 5% der Anla­ge­sum­me her­vor. Je nach dem für wel­chen Invest­ment­fonds sich ein Kun­de ent­schei­det, fal­len bezo­gen auf den Bei­spiel­an­la­ge­be­trag von 12.000,- € Aus­ga­be­auf­schlä­ge zwi­schen 300,- und 600,- € an. Die­se Gebüh­ren müs­sen vom Invest­ment­fonds zunächst wie­der erwirt­schaf­tet wer­den. Da  Invest­ment­fonds grund­sätz­lich höhe­re Risi­ken beinhal­ten als Fest­geld, muss der Anle­ger bereit sein, das Geld für eine län­ge­re Zeit in den Fonds zu belas­sen und ggf. auch Wert­schwan­kun­gen in Kauf zu neh­men.

Wer ohne­hin plant, in die von der Post­bank ange­bo­te­ne Fond­s­pa­let­te zu inves­tie­ren, erhält durch die recht gute Ver­zin­sung der vor­ge­schal­te­ten Fest­geld­an­la­ge also einen klei­nen Vor­teil gegen­über der nor­ma­len Kauf­ab­wick­lung. Der­je­ni­ge, der ledig­lich auf die fünf­pro­zen­ti­ge Ver­zin­sung der vor­ge­schal­te­ten Fest­an­la­ge schielt, kann jedoch Schiff­bruch erlei­den, wenn er kurz­fris­tig wie­der auf sein inves­tier­tes Kapi­tal zurück­grei­fen will.

Inwie­weit die Finanz­be­ra­tung der Post­bank die Zusam­men­hän­ge erläu­tert, habe ich nicht über­prüft, son­dern ledig­lich die Unter­la­gen stu­diert. Die Kri­tik rich­tet sich auch nicht gegen das Pro­dukt an sich, son­dern die man­geln­den Trans­pa­renz, mit der Kun­den die Inves­ti­ti­on in (teue­re) Invest­ment­pro­duk­te schmack­haft gemacht wer­den soll. Die Kri­tik rich­tet sich auch nicht aus­schließ­lich gegen die Post­bank — auch ande­re Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und Finanz­ver­trie­be arbei­ten ger­ne mit “Stern­chen”.

Stu­den­ten­ap­par­te­ments — eine loh­nen­de Geld­an­la­ge?

Es gibt vie­le ver­lo­cken­de Argu­men­te, die für den Kauf eines Stu­den­ten­ap­part­ments spre­chen. Wäh­rend Ban­ken nur noch Mini­zin­sen anbie­ten, wer­den Stu­den­ten­ap­par­te­ments als Ren­di­te­tur­bo ange­prie­sen. Zudem haf­tet Immo­bi­li­en der Ruf an, sie sei­en sicher und wert­be­stän­dig. Die Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re schei­nen die­sen Argu­men­ten recht zu geben und Anle­ger grei­fen scha­ren­wei­se zu. Selbst  Prei­se zwi­schen 4.000,- € und 6.000,- € pro Qua­drat­me­ter wer­den anstands­los bezahlt.  Wird sich die­se Eupho­rie für den ein­zel­nen Anle­ger tat­säch­lich aus­zah­len oder wird er am Ende als Ver­lie­rer daste­hen?

In Aus­sicht gestellt wer­den Ren­di­ten von 5 oder mehr Pro­zent. Hier­bei sind in der Regel kei­ner­lei Kos­ten berück­sich­tigt. Je nach Bun­des­land wird bei Kauf 3,5 bis 6,5 Pro­zent Grund­er­werb­steu­er fäl­lig. Da es sich bei Stu­den­ten­woh­nun­gen über­wie­gend um Neu­bau­ten han­delt, fällt zumeist die Mak­ler­pro­vi­si­on weg.  Hin­zu kom­men aller­dings hohe lau­fen­de Kos­ten für die Haus­ver­wal­tung, Instand­hal­tung und Miet­pool­ga­ran­ti­en.

Nach Abzug aller Kos­ten blei­ben von der anfäng­li­chen Schein­ren­di­te meist weni­ger als 3 Pro­zent übrig. Die­ser Erfah­rungs­wert aus der Finanz­pla­nungs­pra­xis wird auch durch eine breit ange­leg­te Unter­su­chung des Ver­brau­cher­schutz­ma­ga­zins Finanz­test (Aus­ga­be Juli 2014) bestä­tigt.

Anle­ger soll­ten auch beden­ken, dass 3 Pro­zent Ren­di­te nur mach­bar sind, wenn alles nach Plan läuft. Häu­fig wird über­se­hen, dass Stu­den­ten­wohn­an­la­gen neben der nor­ma­len Abnut­zung  einem höhe­ren Ver­schleiß auf­grund des hohen Mie­ter­wech­sels und stu­den­ti­schem Lebens­stil unter­lie­gen.

Die Nach­fra­ge ist der­zeit so hoch, weil durch die Abschaf­fung der Wehr­pflicht und dop­pel­te Abitur­jahr­gän­ge die Zahl der Stu­den­ten stark gestie­gen ist. In weni­gen Jah­ren haben sich die­se Effek­te bereits wie­der erle­digt und der Markt für Stu­den­ten­ap­par­te­ments geht auf sein Ursprungs­le­vel zurück. Zusätz­lich schla­gen dau­er­haft gebur­ten­schwa­che Jahr­gän­ge zu Buche.

Ob vor die­sem Hin­ter­grund beim Ver­kauf der Immo­bi­lie der ursprüng­li­che Kauf­preis wie­der erzielt wer­den kann, ist mehr als frag­lich. Für vie­le Käu­fer wird sich unter die­sen Umstän­den nicht ein­mal eine Ren­di­te von 3% rea­li­sie­ren las­sen.

Es zeigt sich, dass die Risi­ken beträcht­lich sein kön­nen. Anle­ger dür­fen kei­nes­falls blind dem Her­den­trieb fol­gen. Statt­des­sen soll­ten Vor- und Nach­tei­le mit Hil­fe eines neu­tra­len Bera­ters abge­wo­gen wer­den. Gera­de für Men­schen die spä­ter auf Liqui­di­tät, z.B. als zusätz­li­che Ren­te ange­wie­sen sind, kann die­se Form der Kapi­tal­an­la­ge zum Pro­blem wer­den.*

Frank Hof­mann

*Exkurs zum Stand­ort Erlan­gen

Der­zeit befin­den sich zahl­rei­che pri­va­te Stu­den­ten­wohn­hei­me im Bau. Die Zahl der 18- bis 25-jäh­ri­gen wird sich lt. Bevöl­ke­rungs­pro­gno­se der Stadt Erlan­gen bis 2029 nicht erhö­hen (mitt­le­re Pro­gno­se). Dem­nach nimmt die Nach­fra­ge für Stu­den­ten­wohn­raum ab. Durch den geplan­ten Umzug gro­ßer Tei­le der Uni­ver­si­tät in den Sie­mens Him­beer­pa­last ist zu erwar­ten, dass  Wohn­raum frei wird. Im Moment wer­den näm­lich vie­le Erlan­ger Wohn­ge­bäu­de von der Uni­ver­si­tät als Ver­wal­tungs­ge­bäu­de genutzt. Auf dem bald neu ent­ste­hen­den Sie­mens Cam­pus ist Wohn­raum für Mit­ar­bei­ter geplant. Stu­den­ten­woh­nun­gen kon­kur­rie­ren mit die­sem neu ent­ste­hen­den Wohn­raum, was zu Preis­kor­rek­tu­ren füh­ren kann.

Wer wird Welt­meis­ter — und was hat das mit Bör­sen­pro­gno­sen zu tun?

(Gast­bei­trag von Andrew Webb, Dimen­sio­nal Fund Advi­sors Ltd., Lon­don)

Alle vier Jah­re in der Pha­se kurz vor dem Beginn der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft ver­su­chen vie­le Men­schen, den Aus­gang der Spie­le vor­her­zu­sa­gen.

Öko­no­men von Gold­man Sachs, eine der welt­weit größ­ten Invest­ment­ban­ken, den­ken, dass Bra­si­li­en die höchs­ten Gewinn­chan­cen hat, auf dem zwei­ten Platz weit abge­schla­gen Argen­ti­ni­en. Deutsch­land kann laut Gold­man Sachs Rechen­mo­dell immer­hin mit dem drit­ten Platz rech­nen.

Der eng­li­sche Phy­si­ker Ste­phen Haw­king hat sei­nen Intel­lekt dazu genutzt, um die Chan­cen sei­ner Natio­nal­mann­schaft bei der Welt­meis­ter­schaft zu ana­ly­sie­ren – anschei­nend wür­den die Eng­län­der mit einer 4–3-3 Auf­stel­lung und roten Hem­den erfolg­rei­cher sein als sonst. Doch auch er glaubt, dass Bra­si­li­en der dies­jäh­ri­ge Welt­meis­ter wer­den wird.

Und wir alle erin­nern uns an Paul, das deut­sche Kra­ken-Ora­kel der letz­ten Welt­meis­ter­schaft. Er sag­te alle deut­schen Spie­le sowie das Ergeb­nis des Fina­les kor­rekt vor­aus, über­leb­te Todes­dro­hun­gen der erfolg­lo­sen Teams und wur­de spa­ni­scher Ehren­bür­ger.

Men­schen geben sich immer wie­der gro­ße Mühe, glaub­wür­di­ge Vor­her­sa­gen zu tref­fen doch letzt­end­lich ist dies nutz­los, da sie so sel­ten stim­men. Eine sinn­vol­le­re Alter­na­ti­ve, um indi­vi­du­el­le Vor­her­sa­gen zu tref­fen ist, die Quo­ten von Wett­bü­ros zu benut­zen, wel­che die Gesamt­heit aller Ana­ly­sen zusam­men­fas­sen. Bra­si­li­en ist hier der Favo­rit mit 11/4.

Wir nut­zen die­ses glei­che Prin­zip als Basis unse­rer Invest­ment­phi­lo­so­phie. Wir glau­ben nicht dar­an, dass es mög­lich ist, die Zukunft ver­läss­lich vor­aus­zu­sa­gen und dem­entspre­chend ist es Geld- und Zeit­ver­schwen­dung, dies zu ver­su­chen. Wir neh­men an, dass alle rele­van­ten Infor­ma­tio­nen auch den ande­ren Teil­neh­mern des Mark­tes bekannt sind und dem­entspre­chend in den aktu­el­len Markt­preis ein­ge­flos­sen sind, sodass wir der Gesamt­heit der Infor­ma­tio­nen ver­trau­en.

Die­se Gesamt­heit der Infor­ma­tio­nen wird im Preis eines Wert­pa­piers aus­ge­drückt und ist die ver­läss­lichs­te Art, um die Ren­di­ten eines Unter­neh­mens zu erfas­sen.

PKV zahlt nicht — was tun?

Pri­vat Ver­si­cher­te ken­nen das: Sie gehen zum Arzt, las­sen sich behan­deln und wenig spä­ter kommt per Post die Rech­nung, die dann an die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) zur Erstat­tung wei­ter­ge­reicht wird.

Ärz­te rech­nen nach der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te bzw. Zahn­ärz­te ab. Ob die in Rech­nung gestell­ten Leis­tun­gen vom Ver­si­che­rungs­schutz umfasst sind, steht aller­dings auf einem ganz ande­ren Blatt. Näm­lich in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen. Es kommt durch­aus vor, dass eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung  bestimm­te Rech­nungs­po­si­tio­nen nur teil­wei­se oder gar nicht bezahlt. Nie­mand wird bei­spiel­wei­se erwar­ten, dass die PKV ein 1-Bett Zim­mer im Kran­ken­haus über­nimmt, wenn dies in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen nicht ver­ein­bart ist. Doch es gibt auch ande­re Fäl­le:

Pati­en­ten berich­ten davon, dass Leis­tun­gen nicht über­nom­men wer­den, obwohl sie (ver­meint­lich) ver­si­chert sind. Bei klei­nen Beträ­gen schlu­cken die meis­ten Betrof­fe­nen den Ärger her­un­ter und beglei­chen den nicht über­nom­me­nen Rech­nungs­an­teil selbst. Wie­der­holt sich das Gan­ze oder han­delt es sich um hohe Behand­lungs­kos­ten, wird die Sache durch­aus ernst. Spä­tes­tens jetzt kommt es dar­auf an, einen küh­len Kopf zu bewah­ren und die Situa­ti­on zu klä­ren.

Im ers­ten Schritt soll­te man sich mit der Ver­si­che­rung in Ver­bin­dung set­zen und sei­nen Stand­punkt detail­liert dar­le­gen. Wenn mög­lich wird der tele­fo­ni­sche Kon­takt zum Sach­be­ar­bei­ter gesucht. Dadurch spart man Zeit, weil umständ­li­cher Schrift­ver­kehr weg­fällt. Dabei kann sich her­aus­stel­len, dass ein Miss­ver­ständ­nis vor­liegt oder irgend­et­was über­se­hen wur­de und die Ange­le­gen­heit erle­digt sich von selbst.

Oft­mals kann die Situa­ti­on jedoch nicht so leicht geklärt wer­den, weil z.B. Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten über die medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit einer Behand­lungs­maß­nah­me vor­lie­gen. Nun ist es erfor­der­lich, die Rechts­fra­ge zu klä­ren.

Frü­her  bedeu­te­te das den Gang zum Rechts­an­walt und das Ein­rei­chen einer Leis­tungs­fest­stel­lungs­kla­ge. Für die­je­ni­gen, die die­ses teu­re, zeit­rau­ben­de und im Ergeb­nis offe­ne Ver­fah­ren scheu­en, gibt es seit eini­gen Jah­ren den Ombuds­mann der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung. Der Ombuds­mann ist ein außer­ge­richt­li­cher Streit­schlich­ter für die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung. Ihm wer­den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen dem Pati­en­ten und der Ver­si­che­rung zur Kennt­nis gebracht. Der Ombuds­mann beur­teilt die dar­ge­leg­ten Sach­ver­hal­te und spricht eine förm­li­che Emp­feh­lung aus, an die sich die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung auch hält. Der Pati­ent hin­ge­gen ist nicht an die Emp­feh­lung des Ombuds­manns gebun­den, es kann also immer noch der Rechts­weg im Rah­men einer Leis­tungs­fest­stel­lungs­kla­ge beschrit­ten wer­den.

Prä­mi­en­spa­ren & Co. — Mogel­pa­ckung oder attrak­ti­ves Ange­bot ?

Voll­mun­dig wer­den von Spar­kas­sen und Ban­ken Spar­pro­duk­te ange­bo­ten, die nach einer gewis­sen Lauf­zeit mit hohen „Prä­mi­en“ locken. Bei den Spar­kas­sen heißt das Pro­dukt “Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel”. Die Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken nen­nen die­se Spar­form „Bonus­spa­ren“.

Was ver­birgt sich hin­ter die­sen Spar­an­la­gen und lohnt es sich über­haupt, jah­re­lang dar­auf zu war­ten, bis die Prä­mi­en gut­ge­schrie­ben wer­den?

Zum Hin­ter­grund: Die Groß­el­tern einer Kun­din beab­sich­ti­gen monat­lich 150,- € für ihr Enkel­kind zu spa­ren. Die Spar­kas­se Erlan­gen hat vor­ge­schla­gen, den Betrag im Rah­men des Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel anzu­sam­meln. Das bei­gefüg­te Pro­dukt­blatt wur­de den Groß­el­tern aus­ge­hän­digt, wor­auf­hin mich mei­ne Kun­din um eine unab­hän­gi­ge zwei­te Mei­nung bat.

Da aus dem Pro­dukt­blatt kei­ne Ver­zin­sung her­vor­geht, rief ich direkt bei der Spar­kas­se Erlan­gen an und erhielt die Aus­kunft, dass es der­zeit 0,05% (in Wor­ten: Null­kom­ma­null­fünf!) Grund­ver­zin­sung, auf das Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel gäbe.

Mit die­ser Anga­be und der Prä­mi­en­staf­fel lässt sich nun die Ren­di­te die­ses im Grun­de genom­men sehr ein­fa­chen Spar­pro­duk­tes ermit­teln.

Prä­mi­en­spa­ren (z.B. Spar­kas­sen, Raiff­ei­sen- und Volks­ban­ken, usw.)

Pra­xis­bei­spiel anhand des Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel der Spar­kas­se Erlan­gen (Grund­ver­zin­sung lt. tele­fo­ni­scher Aus­kunft vom 20.02.2014 der­zeit 0,05%), Ange­nom­me­ne monat­li­che Spar­ra­te 150,- € (jähr­lich 1.800,- €).

In der letz­ten Spal­te der Tabel­le ist die tat­säch­li­che Ren­di­te die­ses Spar­pla­nes dar­ge­stellt.

Jahr jähr­li­che Spar­ra­te (€) Prä­mie % Prä­mie
abso­lut (€)
Zin­sen
abso­lut (€)
Gut­ha­ben  zum Jah­res­en­de (€) Ren­di­te des Spar­ver­tra­ges
1 1800 0% 0 1 1.801 0,05%
2 1800 0% 0 2 3.603 0,05%
3 1800 3% 54 3 5.459 1,09%
4 1800 4% 72 4 7.335 1,24%
5 1800 6% 108 5 9.248 1,36%
6 1800 8% 144 6 11.197 1,44%
7 1800 10% 180 7 13.184 1,51%
8 1800 15% 270 8 15.262 1,65%
9 1800 20% 360 9 17.430 1,82%
10 1800 25% 450 10 19.690 1,98%
11 1800 30% 540 11 22.041 2,12%
12 1800 35% 630 12 24.483 2,25%
13 1800 40% 720 14 27.017 2,36%
14 1800 45% 810 15 29.642 2,45%
15 1800 50% 900 16 32.358 2,53%

Das Ergeb­nis der Berech­nun­gen zeigt, dass die Ren­di­te des Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel sehr über­schau­bar aus­fällt. Vie­le Men­schen kön­nen im ers­ten Moment auch gar nicht ein­schät­zen, wie hoch die Ver­zin­sung in Wirk­lich­keit ist. Die Prä­mi­en­staf­fel sug­ge­riert näm­lich eine hohe Ver­zin­sung, da in der Spal­te „Prä­mie“ mit einem %- Zei­chen gear­bei­tet wird. Dass sich die Prä­mie nicht aufs Gut­ha­ben son­dern nur auf die jähr­li­che Spar­ra­te bezieht, wirkt sich extrem nega­tiv auf die tat­säch­lich erziel­ba­re Ren­di­te aus.

Fazit: Als Spa­rer darf man sich von Ange­bo­ten, wie Prä­mi­en­spa­ren fle­xi­bel oder Bonus­spa­ren nicht blen­den las­sen. Mit einer guten Ver­zin­sung ist ins­ge­samt nicht zu rech­nen. Soll­te der Spar­ver­trag zwi­schen­zeit­lich unter­bro­chen wer­den, ver­fal­len zudem auch die „hohen“ aus­ge­wie­se­nen Prä­mi­en und machen die Ren­di­te end­gül­tig zu Nich­te. Wird die Spar­ra­te ein­ge­stellt, ver­zinst sich das Gut­ha­ben nur noch mit der Grund­ver­zin­sung – am Bei­spiel der Spar­kas­se Erlan­gen also mit 0,05%. Von einer nach­hal­ti­gen Ver­mö­gens­meh­rung kann spä­tes­tens dann nicht mehr gespro­chen wer­den.

Immo­bi­li­en­ri­si­ken abseits der Immo­bi­li­en­bla­se

Lohnt sich der Kauf einer Immo­bi­lie zur Ver­mie­tung tat­säch­lich? Ent­schei­den­de Risi­ken wer­den beim Erwerb von ver­mie­te­ten Immo­bi­li­en über­se­hen — mit teils kata­stro­pha­len Fol­gen.

Wäh­rend sich der Erwerb einer Immo­bi­lie zur Eigen­nut­zung schnell betriebs­wirt­schaft­li­chen Argu­men­ten ent­zieht und eher Aus­druck des per­sön­li­chen Lebens­stils ist, soll­te der Erwerb einer Ver­miet­im­mo­bi­lie ratio­na­lem Kal­kül fol­gen!

Weil es aktu­ell nur mick­ri­ge Zin­sen auf Fest­zins­an­la­gen gibt, tra­gen sich vie­le Pri­vat­an­le­ger mit dem Gedan­ken eine Immo­bi­lie zu erwer­ben und zu ver­mie­ten. Denn Immo­bi­li­en sug­ge­rie­ren Sta­bi­li­tät und ste­ti­ge Miet­erträ­ge. Lei­der wer­den die Risi­ken einer Immo­bi­li­en­in­ves­ti­ti­on meist hoff­nungs­los unter­schätzt.

Pri­vat­an­le­ger über­schät­zen oft­mals ihre Fähig­kei­ten Risi­ken und Erträ­ge rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen. Daher wen­den sie sich an Immo­bi­li­en­ex­per­ten, die jedoch ein Eigen­in­ter­es­se am Ver­kauf oder der Bewirt­schaf­tung von Immo­bi­li­en haben. Selbst wenn Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen halb­wegs rich­tig erstellt sind, wei­sen Ver­miet­im­mo­bi­li­en gra­vie­ren­de Nach­tei­le gegen­über alter­na­ti­ven Anla­ge­for­men auf:

  • Kon­zen­tra­ti­ons­ri­si­ko
    Der Grund­satz “Lege nicht alle Eier in einen Korb” gilt beson­ders für Immo­bi­li­en. Als Immo­bi­li­en­käu­fer hän­gen sie in beson­de­rem Maße von der Ent­wick­lung des Immo­bi­li­en­stand­or­tes ab.
  • Liqui­di­täts­ri­si­ko
    Im Gegen­satz zu Tages­geld oder Staats­an­lei­hen kann es im schlimms­ten Fall Jah­re dau­ern, bis eine Immo­bi­lie ver­kauft wer­den kann. Selbst Akti­en wei­sen hier Vor­tei­le auf, denn sie kön­nen prak­tisch jeder­zeit ver­kauft wer­den — not­falls mit Abschlä­gen.
  • Arbeits­auf­wand
    Eine ver­mie­te­te Immo­bi­lie ist die ein­zi­ge Geld­an­la­ge, die an Weih­nach­ten anruft und mit­teilt: “Die Hei­zung geht nicht”. Selbst wenn sie einen Haus­ver­wal­ter ein­set­zen, kön­nen sie sich dem Arbeits­auf­wand nur teil­wei­se ent­zie­hen.
  • Stein im Weg
    Wenn Sie eine Ver­miet­im­mo­bi­lie, z.B. in Erlan­gen besit­zen, kön­nen Sie nicht ein­fach weg­zie­hen, weil sie woan­ders einen Job oder einen Part­ner gefun­den haben. Wer es den­noch tut, wird mit Zusatz­kos­ten für einen Ver­wal­ter kon­fron­tiert.
  • Guil­lo­ti­ne-Risi­ken
    Die­ser Risi­ko­typ tritt in sei­ner Extrem­form sel­ten ein, zer­stört aller­dings jede Ren­di­te­be­rech­nung und kann exis­tenz­ver­nich­tend wir­ken. Guil­lo­ti­ne-Risi­ken rei­chen von behörd­li­chen Auf­la­gen, über Schim­mel­be­fall, bis hin zu Miet­no­ma­den oder nicht ver­si­cher­ba­ren Ereig­nis­sen.

Die dar­ge­stell­ten Risi­ken sind nicht abschlie­ßend und las­sen sich nur schwer oder über­haupt nicht quan­ti­fi­zie­ren. Den­noch müs­sen sie in die Ent­schei­dungs­fin­dung beim Kauf einer Ver­miet­im­mo­bi­lie ein­flie­ßen.

In den letz­ten Jah­ren sind in zahl­rei­chen Regio­nen die Immo­bi­li­en­prei­se spür­bar gestie­gen. Die­se Situa­ti­on ermög­licht es ihren Eigen­tü­mern nun, Ver­miet­im­mo­bi­li­en mit einem guten Gefühl zu ver­kau­fen und sich von den bestehen­den Risi­ken zu tren­nen. Gera­de vor dem Hin­ter­grund einer immer häu­fi­ger dis­ku­tier­ten Immo­bi­li­en­bla­se, gewin­nen Ver­kaufs­über­le­gun­gen zuneh­mend an Bedeu­tung.

Nicht alle Immo­bi­li­en­be­sit­zer hat­ten das Glück von stei­gen­den Immo­bi­li­en­prei­sen zu pro­fi­tie­ren. Durch Ver­kauf ihrer Ver­miet­im­mo­bi­lie kön­nen sie den­noch Risi­ken abbau­en und dadurch ihre Gesamt­si­tua­ti­on ver­bes­sern.

Sind Piigs loh­nens­wert ?

Man soll­te mei­nen, dass die Bör­sen der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung eines Staa­tes fol­gen. Ist das wirk­lich so – oder han­delt es sich bei die­ser Annah­me um einen weit­ver­brei­te­ten Trug­schluss?

Es scheint jetzt schon so lan­ge zurück­zu­lie­gen, aber 2008 und 2009 frag­ten wir uns, ob die Ein­heits­wäh­rung die Kri­se über­ste­hen wür­de. Demons­tran­ten ran­da­lier­ten, Regie­run­gen stürz­ten, und wir alle fin­gen an, die Kos­ten für das ehr­gei­zigs­te Wäh­rungs­pro­jekt der Welt zu bezif­fern.

Die wirt­schaft­li­che Erho­lung der als Piigs (Portu­gal, Irland, Itali­en, Grie­chen­land, Spani­en) bezeich­ne­ten Staa­ten war seit die­sen düs­te­ren Zei­ten unein­heit­lich. Grie­chen­land befin­det sich wei­ter­hin in einer tie­fen Rezes­si­on, wäh­rend eini­ge der Piigs sich teil­wei­se erholt haben. Spa­ni­en hat zum Bei­spiel seit der Kri­se kur­ze Wachs­tums­pha­sen ver­zeich­net, aber die dor­ti­ge Arbeits­lo­sen­ra­te beträgt 25 % (unter jun­gen Men­schen sogar 57 % ! ).

Umso über­ra­schen­der erscheint es, dass eini­ge der Piigs im ver­gan­ge­nen Jahr zu den Akti­en­märk­ten mit der bes­ten Per­for­mance gehör­ten. Grie­chen­land war ins­ge­samt betrach­tet der Markt mit der zweit­bes­ten Ent­wick­lung, mit einer Ren­di­te von 45 %; Irland war an vier­ter (35 %); Spa­ni­en an ach­ter (26 %); und Ita­li­en an 17. Stel­le (16 %)*.

Dar­aus kann man zwei Din­ge ler­nen:

Ers­tens, dass die Wirt­schafts­kraft eines Lan­des wenig mit den Ren­di­ten sei­ner Akti­en­märk­te zu tun hat. Daher wer­den Pro­gno­sen dar­über, wie gut sich die Wirt­schaft eines Lan­des ent­wi­ckeln wird, Ihre Anla­ge­ren­di­te nicht ver­bes­sern.

Zwei­tens, dass es prak­tisch unmög­lich ist, jedes Jahr die bes­ten und schlech­tes­ten Per­for­mer vor­her­zu­sa­gen. Wer hät­te vor genau einem Jahr gedacht, dass die qua­si benach­bar­ten Län­der Argen­ti­ni­en und Peru an ers­ter und letz­ter Stel­le der Lis­te erschei­nen wür­den (+59 % bzw. -34 %*)? Das hüb­sche und chao­ti­sche Mus­ter in den nach­ste­hen­den Schau­bil­dern illus­triert, wie zufäl­lig die rela­ti­ven Ren­di­ten für jedes Land sind.

Die Metho­de zur Besei­ti­gung des durch die obi­gen Punk­te ver­ur­sach­ten prak­ti­schen Pro­blems besteht dar­in, eine Anla­ge­stra­te­gie ein­zu­set­zen, die nicht auf Pro­gno­sen zu Volks­wirt­schaf­ten oder Anla­ge­ren­di­ten ange­wie­sen ist, und ein wenig von allem zu hal­ten.

Wenn Sie dies tun, bedeu­tet das, dass Sie eini­ge Gewin­ner und eini­ge Ver­lie­rer besit­zen, aber es bedeu­tet auch, dass Sie nie­man­den dafür bezah­len, unmög­li­che Pro­gno­sen dar­über zu erstel­len, wel­che Anla­gen am bes­ten abschnei­den wer­den.

Eine lang­fris­tig erfolg­rei­che Anla­ge­stra­te­gie besteht also dar­in, sich auf die Din­ge zu kon­zen­trie­ren, die man beein­flus­sen kann (Streu­ung / Diver­si­fi­ka­ti­on) und den Din­gen aus dem Weg zu gehen, die wir nicht beein­flus­sen kön­nen (zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen, Pro­gno­sen).

Die Anla­ge­phi­lo­so­phie der Ver­mö­gens­pla­nung Hof­mann berück­sich­tigt sowohl für die Akti­en­märk­te als auch für fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re eine welt­wei­te Streu­ung. Für den risi­ko­be­haf­te­ten Akti­en­an­teil rich­tet  sich Frank Hof­mann am Brut­to­in­lands­pro­dukt der ein­zel­nen Volks­wirt­schaf­ten aus. Schwel­len­län­der — und damit auch Piigs — fin­den durch die­se Vor­ge­hens­wei­se Berück­sich­ti­gung, neh­men jedoch kei­ne domi­nan­te Stel­lung ein.  Ins­ge­samt  wird durch die Ori­en­tie­rung an den welt­wei­ten Brut­to­in­lands­pro­duk­ten eine gleich­mä­ßi­ge­re Ver­tei­lung der ange­leg­ten Gel­der rund um den Glo­bus erreicht.

Die 11 größ­ten Nach­tei­le einer Basis­ren­te (Rürup-Ren­te)

Tra­di­tio­nell trom­melt die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zum Jah­res­en­de ver­stärkt dafür, Basis­ren­ten – auch Rüru­pren­te genannt –, abzu­schlie­ßen. Hun­dert­tau­sen­den Vor­sor­ge­spa­rern wer­den die Vor­tei­le die­ses Alters­vor­sor­ge­pro­duk­tes am Bank­schal­ter, durch Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter und Ver­si­che­rungs­mak­ler ein­ge­häm­mert.

Neun von zehn Basis­ren­ten kämen wohl nicht zu Stan­de, wären den Spa­rern auch die Nach­tei­le die­ser Alters­vor­sor­ge­form dar­ge­legt wor­den.

In der Tabel­le habe ich die von den Anbie­tern übli­cher­wei­se dar­ge­stell­ten Vor­tei­le auch die Nach­tei­le gegen­über­ge­stellt.

Vor­tei­le Nach­tei­le
Steu­er­erspar­nis Die aus­ge­zahl­te Ren­te muss ver­steu­ert wer­den. Unterm Strich kann sogar eine steu­er­li­che Mehr­be­las­tung ste­hen!
Lebens­lan­ge Ren­ten­zah­lung Sie müs­sen Uralt wer­den, damit Sie die ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge als Ren­te wie­der zurück­be­kom­men.
Hartz IV und Insol­venz­si­cher­heit Hartz IV und Insol­venz­si­cher­heit nur wäh­rend der soge­nann­ten Auf­schub­dau­er. Die Ren­ten­zah­lung kann gepfän­det wer­den.
Aus­zah­lung des Ver­trags­gut­ha­ben ist nicht mög­lich
Das Ver­trags­gut­ha­ben ist nicht frei ver­erb­bar und nicht über­trag­bar
Eine Basis­ren­te / Rüru­pren­te kann nicht als Sicher­heit z.B. für einen Kre­dit hin­ter­legt wer­den.
Hohe Abschluss­kos­ten
Hohe lau­fen­de Kos­ten
Ver­deck­te Kos­ten z.B. bei fonds­ge­bun­de­nen Pro­duk­ten
Ver­trags­gut­ha­ben ist nicht auf ande­re Anbie­ter über­trag­bar. Lebens­lan­ge Bin­dung an den Anbie­ter.
Kün­di­gung einer Basis­ren­te / Rüru­pren­te ist nicht mög­lich

Ob sich eine Basis­ren­te über­haupt lohnt steht in den Ster­nen – zumin­dest für die­je­ni­gen die einen Ver­trag für ihre per­sön­li­che Alters­vor­sor­ge abschlie­ßen.

Die Nach­tei­le von Basis- / Rüru­pren­ten sind gra­vie­rend. Vor Abschluss soll­ten alle zur Ver­fü­gung ste­hen­den Alter­na­ti­ven abge­klopft wer­den. Oft­mals stellt sich her­aus, dass eine fle­xi­bel gestal­te­te Ren­ten­ver­si­che­rung weit­aus vor­teil­haf­ter ist.

Ins­be­son­de­re gut ver­die­nen­de Berufs­grup­pen, wie Ärz­ten, Inge­nieu­ren und Selb­stän­di­ge wird jähr­lich die Zuzah­lung in ihre bestehen­de Basis­ren­te schmack­haft gemacht.

Las­sen Sie sich nicht von die­sen „attrak­ti­ven Zuzah­lungs­mög­lich­kei­ten“ in Ihre Basis­ren­te blen­den.
Sie kön­nen zwar im Jahr 2013 grund­sätz­lich 76% der Bei­trä­ge steu­er­lich gel­tend machen. Doch was nutzt die­ser kurz­fris­ti­ge Vor­teil, wenn Sie die spä­te­re Ren­ten­zah­lun­gen bis zu 100% ver­steu­ern müs­sen? Oben­drein tra­gen Sie noch die bereits dar­ge­stell­ten Nach­tei­le.

Über­schuss-Sys­te­me in der Ren­ten­be­zugs­zeit

Ver­si­che­rer kal­ku­lie­ren Ren­ten­zah­lun­gen mit unter­schied­li­chen Über­schus­sys­te­men.
Die Wahl des Über­schus­sys­tems beein­flusst die Höhe und den Ver­lauf Ihrer per­sön­li­chen Ren­te maß­geb­lich! Nach­ste­hend habe ich für Sie die auf dem Markt vor­herr­schen­den Grund­for­men am Bei­spiel der Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen des Net­to­ver­si­che­rers myLi­fe Lebens­ver­si­che­rung AG* dar­ge­stellt.

Kon­stan­te Bonus­ren­te

Die kon­stan­te Bonus­ren­te wird auf die garan­tier­te Ren­te zum Ren­ten­be­ginn gewährt. Die Ren­ten­leis­tung bleibt für den Kun­den, solan­ge sich die Über­schus­si­tua­ti­on nicht ändert, gleich hoch. ImVer­gliech zu den bei­den ande­ren Über­schus­sys­te­men bekommt der Kun­de hier zu Beginn die höchs­te Monats­ren­te aus­ge­zahlt. Die­se Bonus­ren­te ist nicht garan­tiert und ändert sich bei einer Ände­rung der Über­schuss­an­teils­sät­ze

Dyna­mi­sche Bonus­ren­te

Die dyna­mi­sche Bonus­ren­te erhöht die bereits erreich­te garan­tier­te Ren­te jähr­lich ab dem 2. Ren­ten­jahr. Ent­hal­ten ist eine jähr­li­che Dyna­mik, um durch die Ren­ten­er­hö­hun­gen Preis­stei­ge­run­gen zu kom­pen­sie­ren. Jede zuge­teil­te dyna­mi­sche Bonus­ren­te ist lebens­lang garan­tiert und selbst wie­der über­schuss­be­rech­tigt. Im Ver­gleich zu den bei­den ande­ren Über­schus­sys­te­men bekommt der Kun­de hier zu Beginn die nied­rigs­te Monats­ren­te. Die­se kann jedoch nie­mals fal­len.

Misch­sys­tem

Ein Mix aus kon­stan­ter und dyna­mi­scher Bonus­ren­te ist das Misch­sys­tem, bei dem der Kun­de trotz höh­rer Leis­tung zu Ren­ten­be­ginn eine gewis­se jähr­li­che Ren­ten­er­hö­hung erhält.

Die Kunst los­zu­las­sen

In vie­len Lebens­be­rei­chen sind har­te Arbeit und lau­fen­de Ergeb­nis­über­prü­fung der bes­te Weg zum Erfolg. Beim Inves­tie­ren wird die­ser Ansatz auf den Kopf gestellt!

Die chi­ne­si­sche Phi­lo­so­phie des Tao­is­mus hat ein Wort dafür: „Wuwei“ – wört­lich über­setzt: „Nichts-Tun“. Mit ande­ren Wor­ten: Je geschäf­ti­ger wir uns um lang­fris­ti­ge Invest­ments küm­mern und je mehr wir an ihnen her­um­dok­tern, umso sel­te­ner wer­den wir gute Resul­ta­te erhal­ten.

Das soll, neben­bei bemerkt, nicht hei­ßen, dass wir uns über­haupt nicht küm­mern soll­ten. Aber es bedeu­tet auch, dass die Kul­tur der „Geschäf­tig­keit“ und des Ren­di­te-Jagens, die von vie­len Ver­tre­tern der Finanz­dienst­leis­tungs­in­dus­trie und ihrer Medi­en ver­tre­ten wird, sich gegen unse­re Inter­es­sen rich­ten kann.

Im Tao­is­mus wird gelehrt, Fak­to­ren, die man nicht beein­flus­sen kann, los­zu­las­sen und sich statt­des­sen dem Fluss der Din­ge zu über­las­sen. Es ist, als ob man einen Baum pflanzt. Man sucht sich ein son­ni­ges Plätz­chen mit gutem Boden und Was­ser, lässt den Baum in Ruhe wach­sen und schnei­det ihn gele­gent­lich zurück.

Aber nicht nur die chi­ne­si­sche Phi­lo­so­phie warnt uns vor „Geschäf­tig­keit“. Finanz­wis­sen­schaft und Erfah­run­gen im Finanz­be­reich zei­gen, dass wir uns bei Invest­ments lie­ber um Berei­che küm­mern soll­ten, in denen wir etwas bewe­gen kön­nen, und uns nicht um Berei­che sor­gen, die wir nicht unter Kon­trol­le haben.

So kön­nen wir bei­spiels­wei­se weder Markt­be­we­gun­gen noch Nach­rich­ten beein­flus­sen. Wir haben auch kei­nen Ein­fluss auf Schlag­zei­len, die uns aus dem Kon­zept brin­gen könn­ten. Wir sind aller­dings in der Lage, Risi­ken über unter­schied­li­che Anla­ge­va­ri­an­ten, Fir­men, Sek­to­ren und Län­der diver­si­fi­zie­ren. Wir kön­nen auch ein Wort bei den fäl­li­gen Gebüh­ren mit­re­den. Wir kön­nen Trans­ak­ti­ons­kos­ten beein­flus­sen und wir kön­nen mit Hil­fe eines erfah­re­nen Anla­ge­be­ra­ters Dis­zi­plin wal­ten las­sen, wenn uns Gefühls­im­pul­se vom rech­ten Weg abkom­men las­sen wol­len.

Der Grund dafür, dass die­se Prin­zi­pi­en für vie­le so schwer zu beher­zi­gen sind, liegt dar­in, dass das Bild zu Invest­ments, das die Finanz­me­di­en immer wie­der pro­pa­gie­ren, sich haupt­säch­lich am Kurz­fris­ti­gen, an der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit, am Flüch­ti­gen, am ver­eng­tem Fokus und an der schnel­len Lösung ori­en­tiert.

Man macht uns glau­ben, dass wir bes­se­re Resul­ta­te erzie­len, wenn wir uns mehr um äuße­re Fak­to­ren bemü­hen oder uns stär­ker am Lärm des Tages­ge­sche­hens ori­en­tie­ren. Zudem sind wir dar­auf pro­gram­miert, uns auf das idio­syn­kra­ti­sche Risi­ko, wie bei­spiels­wei­se gla­mou­rö­se Akti­en, zu kon­zen­trie­ren. Letzt­end­lich wer­den wir dazu gedrängt, die Maschen mit­zu­ma­chen, die die Finanz­markt­in­dus­trie ger­ne ver­kau­fen möch­te und derent­we­gen wir stän­dig an unse­ren Port­fo­li­os her­um­bas­teln sol­len.

Wie man sieht, möch­ten vie­le Medi­en und Finanz­dienst­leis­ter uns stän­dig in Bewe­gung hal­ten – lei­der mit den fal­schen Din­gen. Der Schwer­punkt liegt oft auf dem Reiz, der im stän­di­gen Machen und Tun bzw. im Ver­fol­gen bis­he­ri­ger Ren­di­ten liegt, und nicht dar­auf, ein gewünsch­tes End­ergeb­nis zu errei­chen.

Die Fol­ge all die­ser Geschäf­tig­keit, der feh­len­den Diver­si­fi­ka­ti­on, des schlech­ten Timings und der Kurz­sich­tig­keit ist, dass die meis­ten Ein­zel­in­ves­to­ren über die Zeit hin­weg mäßi­ge Ren­di­ten erwirt­schaf­ten. Ten­den­zi­ell errei­chen sie nicht ein­mal die Ren­di­ten, die ihnen ein ein­fa­cher Index bie­ten wür­de.

Die von der Dal­bar For­schungs­grup­pe1 durch­ge­führ­te Ana­ly­se des Inves­to­ren­ver­hal­tens bestä­tigt das jedes Jahr. Dal­bar hat ermit­telt, dass in den 20 Jah­ren bis 2012 der durch­schnitt­li­che ame­ri­ka­ni­sche Akti­en­fonds-Inves­tor mit sei­nem Ergeb­nis jähr­lich um fast 4% unter dem S&P 500 Index lag. Der Grund für die­se gut doku­men­tier­te Dif­fe­renz zwi­schen ein­fa­chen Index­ren­di­ten und dem, was Inves­to­ren erzie­len, liegt oft im indi­vi­du­el­len Ver­hal­ten des Inves­tors – dar­in, dass man unge­nü­gend diver­si­fi­ziert ist, Ren­di­ten nach­jagt, schlech­te Ent­schei­dun­gen zum Timing trifft oder „bes­ser als der Markt“ sein möch­te.

Die moder­ne Finanz­wis­sen­schaft wird offen­sicht­lich durch die uralte chi­ne­si­sche Weis­heit bestä­tigt:

Durch das Los­las­sen wird alles erreicht wer­den. Die Welt wird von denen gewon­nen, die los­las­sen. Je mehr Du Dich aber bemühst, umso weni­ger kannst Du die Welt gewin­nen.“

Die Gold­bla­se platzt — und mir platzt der Kra­gen!

So ist es recht den­ke ich mir heu­te, am Mon­tag, den 15. April 2013: Der Gold­preis stürzt end­lich ab und ich hat­te mal wie­der recht. Seit Jah­ren rate ich mei­nen Kun­den vom Gold­kauf als siche­ren Hafen für Erspar­nis­se ab. Doch ich bin mir nicht sicher, ob der eine oder ande­re nicht doch den Ver­hei­ßun­gen der Medi­en und selbst­er­nann­ten Gurus erle­gen ist. Lau­fend wur­de ver­kün­det, Gold kön­ne nie sei­nen Wert ver­lie­ren; wer jetzt kein Gold kauft sei dumm, man sei noch weit von zukünf­ti­gen Höchst­kur­sen ent­fernt. Focus Money titel­te am 10. Okto­ber 2012 sogar: “WER VERSTAND HAT, KAUFT GOLD!” Man muss den Men­schen nur genug Angst mit Welt­un­ter­gangs­sze­na­ri­en, Euro­kri­se, usw. ein­ja­gen.

Tat­sa­che ist: Gold unter­liegt schon immer enor­men Schwan­kun­gen und erwirt­schaf­tet aus sich her­aus kei­ner­lei Erträ­ge. Doch wie beim Ent­ste­hen jeder Spe­ku­la­ti­ons­bla­se, war beim Gold natür­lich alles anders. Befeu­ert von Argu­men­ten wie, Roh­stoff­knapp­heit, ewi­ges Zah­lungs­mit­tel, Nach­fra­ge­über­hö­hung, Euro­kri­se usw. wur­de Gold als siche­rer Hafen in stür­mi­schen Zei­ten ange­prie­sen. Der aktu­el­le Gold­preis­ver­fall zeigt aber vor allem zwei Din­ge: Ers­tens, Gold ist Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt und zwei­tens, Gold ist alles – nur nicht knapp!

Wer hat sich beim Gold­rausch der ver­gan­ge­nen Jah­re wie­der die Taschen voll­ge­macht? Hedge-Fonds und Invest­ment­ge­sell­schaf­ten, die geschickt mit den Ängs­ten der Men­schen gespielt haben. Anschlie­ßend Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und Finanz­ver­trie­be, die ton­nen­wei­se Stroh ins Gold­feu­er gekippt und bereit­wil­lig ins Kon­zert ein­ge­stimmt haben!

Aber­mals wird deut­lich, dass die Kom­bi­na­ti­on aus Angst/Gier in Ver­bin­dung mit den dazu pas­sen­den Pro­duk­ten in eine Spe­ku­la­ti­ons­bla­se mün­den. Jeder weiss es eigent­lich und immer wie­der wer­den die Men­schen vom Plat­zen einer Bla­se über­rascht: Anschlie­ßend folgt weh­lei­di­ges Geschrei und die Suche nach Schul­di­gen.

Wer sind die Ver­lie­rer? Jene, die einen grö­ße­ren Teil ihres Ver­mö­gens schein­si­cher in Gold inves­tiert haben, obwohl sie in den nächs­ten Jah­ren dar­über ver­fü­gen müs­sen, z.B. um Immo­bi­li­en­kre­di­te abzu­lö­sen, Kin­der aus­zu­bil­den oder schlicht­weg, um Ruhe­stand und Alters­vor­sor­ge zu finan­zie­ren.

Viel­fach wur­den wie­der die ein­fachs­ten Grund­re­geln für den Ver­mö­gens­auf­bau und Erhalt miss­ach­tet! Es zeigt sich erneut, dass es gewinn­brin­gend ist, Ver­mö­gen zu diver­si­fi­zie­ren, nach einer glas­kla­ren Stra­te­gie zu han­deln und die­se Stra­te­gie dis­zi­pli­niert mit Hil­fe eines Finanz­coa­ches durch­zu­zie­hen! Denn ohne Body­guard wird man unter dem Trom­mel­feu­er der Medi­en schnell wie­der zum Opfer der Finanz­in­dus­trie.

So — was haben die­se Zei­len gebracht? Wahr­schein­lich gar nichts! Denn für die aktu­el­le Gold­kri­se kom­men mei­ne Wor­te zu spät und von der nächs­ten Kri­se will noch nie­mand etwas wis­sen. Zu schön ist es näm­lich noch, an stei­gen­de Immo­bi­li­en­prei­se, siche­re Miet­ein­nah­men und wert­be­stän­di­ges Beton­gold zu glau­ben. Wenn ich dar­an den­ke platzt mir schon wie­der der Kra­gen!

Was für ein Thea­ter

Als ich mir die ers­te Woche des Jah­res gemüt­lich ein­rich­te­te, stö­ber­te ich auch in ver­schie­de­nen Zei­tun­gen. Wie gewohnt wur­de dort auch über das abge­lau­fe­ne Bör­sen­jahr berich­tet. Wahr­lich: 2012 war ein gutes Bör­sen­jahr, DAX fast 30% im Plus, Nik­kei über 20% im Plus, Dow Jones Plus 16% im Jah­res­ver­gleich. Vie­le Kom­men­ta­to­ren berich­ten plötz­lich, dass es nun wie­der an der Zeit sei an den Bör­sen ein­zu­stei­gen – schein­bar bestä­tigt durch Pro­gno­sen von Ban­ken und Exper­ten.

Mei­ne Güte dach­te ich mir „was war das für ein Thea­ter 2012“. Fast täg­lich wur­den wir von den Medi­en mit Kri­sen­sze­na­ri­en kon­fron­tiert! Schul­den­kri­se, Euro­kri­se, Ban­ken­kri­se, Infla­ti­on und dann auch noch der Welt­un­ter­gang so kurz vor Weih­nach­ten!

Haben nicht die gro­ßen Geld­ma­na­ger davor gewarnt in den Kapi­tal­markt ein­zu­stei­gen?

Wäh­rend sich die Mehr­heit auf das Geschwätz der soge­nann­ten Fach­leu­te und Unter­gangs­pro­phe­ten kon­zen­triert hat, sind die Kapi­tal­märk­te fast unbe­merkt in die Höhe geschos­sen. Die Mehr­heit der Anle­ger war wie­der ein­mal nicht inves­tiert und hat wie­der ein­mal nicht von der Funk­ti­ons­wei­se der Kapi­tal­märk­te pro­fi­tiert.

Über den Jah­res­wech­sel hat sich grund­le­gend nichts geän­dert und trotz­dem soll nun die Zeit gekom­men sein wie­der an den Bör­sen ein­zu­stei­gen?

Dies kann man nur so erklä­ren:

Es gibt drei Grup­pen von Inves­to­ren, sei­en es nun Groß- oder Klein­an­le­ger:

Ers­tens jene, die nicht wis­sen, in wel­che Rich­tung sich der Markt bewegt, zwei­tens jene, die nicht wis­sen, dass sie es nicht wis­sen, und drit­tens, jene, die wis­sen, dass sie es nicht wis­sen, deren Lebens­un­ter­halt jedoch davon abhängt, dass es so scheint, als ob sie es wüss­ten.“

(Wil­liam Bern­stein, The Intel­li­gent Asset Allo­ca­tor)

Die zwei­te und drit­te Grup­pe waren die Haupt­dar­stel­ler des Thea­ters in 2012. Sie wer­den auch 2013 wie­der das täg­li­che Thea­ter bestim­men.

Alle die ver­ste­hen, dass Bör­sen nicht pro­gnos­ti­ziert wer­den kön­nen dür­fen die­sem all­täg­li­chen Thea­ter kei­ne Auf­merk­sam­keit schen­ken, um ihre Anla­ge­zie­le zu errei­chen!

Zuzah­lung Basis­ren­te (Rürup-Ren­te) sinn­voll?

Zum Jah­res­en­de hin reg­net es wie­der Geschen­ke vom Steu­er­him­mel her­ab. Lebens­ver­si­che­rer und Finanz­ver­trie­be über­bie­ten sich gera­de­zu mit fro­hen Bot­schaf­ten für ihre Kun­den. Durch eine Zuzah­lung in bestehen­de Basis­ren­ten­ver­trä­ge kön­nen inner­halb der Höchst­gren­zen 74% der Bei­trä­ge steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den – so das Haupt­ar­gu­ment. In den Kun­den­an­schrei­ben rech­nen die Anbie­ter ger­ne vor, dass bei einer Ein­zah­lung von 5.000,- € und 42%  per­sön­li­chem Steu­er­satz ein Steu­er­vor­teil von 1.554 € ent­steht. Auf den ers­ten Blick hört sich das Ange­bot ver­lo­ckend an.

Mit kei­ner Sil­be wer­den aller­dings die Nach­tei­le einer Zuzah­lung in Basis­ren­ten Ver­trä­ge (=Rürup-Ren­ten) erwähnt. Nicht sel­ten behal­ten die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten bis zu 8% der Zuzah­lung als Abschluss­kos­ten ein. Dar­über hin­aus wer­den oft für die gesam­te Ver­trags­lauf­zeit statt­li­che lau­fen­de Gebüh­ren auf das ein­ge­zahl­te Geld erho­ben. Allei­ne die­se bei­den Fak­to­ren schmä­lern den zu erwar­ten­den Ertrag für die per­sön­li­che Alters­vor­sor­ge erheb­lich.

Auch steu­er­lich wird eine Rüru­pren­te schnell zum Null­sum­men­spiel. Denn die Ren­te, die der Ver­si­che­rer aus einem Rürup­ver­trag zahlt ist in eini­gen Jah­ren voll zu ver­steu­ern. Das anfäng­li­che Steu­er­spar­mo­dell wird dann unter dem Strich ganz schnell zum per­sön­li­chen Steu­er­drauf­zahl­mo­dell.

Doch nicht genug: Basis­ren­ten beinhal­ten in der Pra­xis noch wei­te­re Fall­stri­cke. Bekannt­lich kön­nen Basis­ren­ten nicht gekün­digt wer­den und kom­men aus­schließ­lich als Ren­te  ab dem 62. Lebens­jahr (Alt­ver­trä­ge ab dem 60. Lebens­jahr) zur Aus­zah­lung. Mit ande­ren Wor­ten: Selbst in Not­si­tua­tio­nen kommt der Kun­de nicht an sein Geld her­an.

End­gül­tig zur Sack­gas­se ent­puppt sich die Basis­ren­te durch den Umstand, dass die Ver­si­che­rer das Basis­ren­ten­gut­ha­ben nicht an einen ande­ren Ver­si­che­rer über­tra­gen. Bei Ries­ter-Ver­trä­gen ist bei­spiels­wei­se eine Über­tra­gung gesetz­lich sicher­ge­stellt. Die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft ver­weist ger­ne dar­auf, dass dies bei Basis­ren­ten nicht mög­lich sei. Die­se Aus­sa­ge ist jedoch falsch. Das Alt­ZertG erlaubt aus­drück­lich die Über­tra­gung von Basis­ren­ten­gut­ha­ben in Basis­ren­ten ande­rer zer­ti­fi­zier­ter Anbie­ter. Lei­der sind die Ver­si­che­rer nicht zu einer Über­tra­gung ver­pflich­tet. In der Pra­xis führt die­ser Umstand dazu, dass Basis­ren­ten­kun­den auf Gedeih und Ver­derb dem jewei­li­gen Ver­si­che­rer aus­ge­lie­fert sind.

Fazit:
Eine Viel­zahl an Argu­men­ten spricht all­ge­mein gegen Basis­ren­ten. Ins­be­son­de­re soll­ten Zuzah­lun­gen in Basis­ren­ten kri­tisch hin­ter­fragt wer­den. Oft füh­ren Basis­ren­ten in eine Sack­gas­se. Nur in bestimm­ten Lebens­si­tua­tio­nen und unter spe­zi­el­len, indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen kann eine Basis­ren­te als Alters­vor­sor­ge unter dem Strich vor­teil­haft gegen­über ande­ren Vor­sor­ge­for­men sein.

Über­ra­schun­gen beim Pro­zent­rech­nen

Von Ban­ken, Spar­kas­sen und Finanz­ver­trie­ben soll­te man erwar­ten kön­nen, dass Pro­zent­rech­nen zum Hand­werks­zeug gehört und Ren­di­ten rich­tig dar­ge­stellt wer­den. Der Bank- oder Ver­si­che­rungs­be­ra­ter ver­weist ger­ne auf Begrif­fe, wie „durch­schnitt­li­che Wert­ent­wick­lung“, „Ren­di­te in den letz­ten 5 Jah­ren“,  „durch­schnitt­li­cher Wert­zu­wachs“ usw. Als Beweis für die­se Aus­sa­gen wer­den den Kun­den ger­ne far­ben­fro­he Pro­spek­te aus­ge­hän­digt. Dar­in fin­det der Betrach­ter meist Wert­an­ga­ben, die mehr oder weni­ger kon­stant anstei­gen. Die Dar­stel­lun­gen sol­len dem Leser die beson­de­re Vor­teil­haf­tig­keit der ange­prie­se­nen Geld­an­la­ge vor­gau­keln.

Neh­men wir an, ein Fonds oder eine Anlei­he fällt bei­spiels­wei­se von einem Anfangs­ka­pi­tal 100,- € inner­halb eines Jah­res um 20,- €. Jedem, der halb­wegs mit Pro­zent­rech­nen ver­traut ist, wird sofort erken­nen, dass die Anla­ge um -20% gefal­len ist. Nun wer­den Sie noch müde bei der Aus­sa­ge gäh­nen, dass die Anla­ge von 80,- € um +25% stei­gen muss, um wie­der ihren Aus­gangs­wert von ursprüng­lich 100,- € zu errei­chen.

Doch nun wird es span­nend: Wäh­rend Sie für sich selbst die Fra­ge nach dem durch­schnitt­li­chen Wert­zu­wachs mit Null beant­wor­ten wer­den, rech­nen Ban­ken, Spar­kas­sen und Ver­si­che­run­gen ger­ne auch mal anders. Denn: minus 20% plus 25% ergibt einen Mit­tel­wert von + 2,50%. Die­ser Mit­tel­wert wird dann ger­ne als „durch­schnitt­li­cher Wert­zu­wachs“ bezeich­net. Das hört sich doch gleich viel bes­ser an! Übri­gens: Ihr Finanz­be­ra­ter kennt in der Regel die­se Zusam­men­hän­ge nicht, oder ist sich dar­über zumin­dest nicht bewusst, da er mit den Infor­ma­tio­nen arbei­ten muss, die er von der Finanz­in­dus­trie bzw. dem Geld­in­sti­tut für das er arbei­tet, erhält.  Daher spre­chen Kun­de und Bera­ter oft­mals anein­an­der vor­bei. Las­sen Sie sich also nicht aufs Glatt­eis füh­ren!

Doch an wel­chem Maß­stab für die Ren­ta­bi­li­tät einer Geld- oder Kapi­tal­an­la­ge soll­te sich ein Anle­ger bei all dem Wirr­war nun ori­en­tie­ren? Ganz ein­fach: An der Effek­tiv­ver­zin­sung ! Denn die drückt das Ver­hält­nis des jähr­li­chen Ertra­ges bezo­gen auf den Kapi­tal­ein­satz aus.

Die For­mel für die Effek­tiv­ver­zin­sung lau­tet in die­sem Fall:

Effektivverzinsung

Prü­fen wir nun durch ein­set­zen in die Effek­tiv­zins­for­mel, wie hoch der Effek­tiv­zins für das oben genann­te Bei­spiel aus­fällt:

Effektivverzinsung

Das Ergeb­nis beträgt “0” und ist intui­tiv ein­leuch­tend, weil Anfangs­wert und End­wert iden­tisch ist.

Die Bil­dung von Durch­schnitts­ren­di­ten ist also tückisch, ins­be­son­de­re wenn län­ge­re Zeit­räu­me und grö­ße­re Schwan­kun­gen ein­be­zo­gen wer­den sol­len.

Das nach­fol­gen­de Bei­spiel ver­deut­licht die Zusam­men­hän­ge anhand eines Anfangs­ka­pi­tals von 10.000,- € und grö­ße­ren zwi­schen­zeit­li­chen Schwan­kun­gen, wie sie bei­spiels­wei­se bei Invest­ment­fonds, Anlei­hen oder fonds­ge­bun­de­ne­nen Lebens­ver­si­che­run­gen auf­tre­ten kön­nen.

Tabelle

Wenn nun die durch­schnitt­li­che Ver­zin­sung ermit­telt wer­den soll, wer­den all­zu­ger­ne die jewei­li­gen Jah­res­ren­di­ten zusam­men­ge­rech­net und durch die Anzahl der Jah­re geteilt. Im Bei­spiel also 32,18% geteilt duch 5 Jah­re. Nach die­ser Metho­de beträgt die durch­schnitt­li­che Ver­zin­sung (bzw. Durch­schnitts­ren­di­te, bzw. durch­schnitt­li­che Wert­ent­wick­lung) dem­nach statt­li­che 6,44% pro Jahr.

Die Effek­tiv­ver­zin­sung ist jedoch deut­lich gerin­ger und beträgt ledig­lich 3,71%.

 

Las­sen Sie sich also bei der Betrach­tung von Depot­be­rich­ten, Wert­mit­tei­lun­gen zu Lebens­ver­si­che­run­gen oder Ver­kaufs­pro­spek­ten von Ban­ken, Spar­kas­sen und Ver­si­che­run­gen nicht täu­schen. Im Zei­fels­fall soll­ten Sie Ihren Finanz­be­ra­ter fra­gen, wie dar­ge­stell­ten Ren­di­ten zu ver­ste­hen sind.

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